Öffnungszeiten der Kirchen
Auferstehungskirche, Kloster Oesede
auf Anfrage im Pfarrbüro
König Christus Kirche, Oesede
auf Anfrage im Pfarrbüro
Lutherkirche, Alt-Georgsmarienhütte
jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 15:00 - 16:00 Uhr
Auferstehungskirche, Kloster Oesede
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König Christus Kirche, Oesede
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Lutherkirche, Alt-Georgsmarienhütte
jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat von 15:00 - 16:00 Uhr
81 Jahre später. Wir brauchen Erinnerung.
Nun haben wir gerade fünf Konfirmationen gefeiert und in Hagen und Sutthausen geht es am Wochenende in den Endspurt. Fröhliche, luftige Feste werden uns hoffentlich weiter begleiten an Himmelfahrt, Pfingsten oder beim Tauffest am Marienheim.
Aber auch andere Termine sind in dieser Zeit wichtig. Morgen am 8.Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 81. Mal. Auch in Georgsmarienhütte und Umgebung gibt es lebendige Erinnerungszeichen. Die Gedenkstätte Augustaschacht erzählt von schlimmen Erinnerungen der Menschen aus dieser Zeit, die Infotafeln im Kasinopark erinnern ebenso an die Stadtgeschichte wie die Kapelle in der Heilig-Geist-Kirche an die Lübecker Märtyrer. Und natürlich beunruhigt uns der wiedererstarkte Rechtsextremismus in unserem Land. Unsere Vergangenheit ist gerade jetzt wieder sehr lebendig.
Vereinzelt gibt es Stimmen, die sagen: „Es war schrecklich, aber irgendwann muss es auch gut sein.“ Doch gerade wir als Kirche sollten betonen, wie wichtig es ist, dass wir uns gemeinsam erinnern. Dass wir die Erinnerung daran wachhalten, was damals auf deutschem Boden und von Deutschland aus passiert ist. Dass wir unseren Kindern und Enkeln davon erzählen. Ein Mensch kann nicht ohne Erinnerungen leben. Sie sind Teil seiner Geschichte – im Guten, wie im Bösen. Und auch unser Glaube lebt von Erinnerungen: An das Versprechen Gottes an Abraham mit dem Segen, an die Befreiung Israels aus Ägypten, an die Gefangenschaft der Israeliten in Babylon.
Vor allem aber an die Jahre, als Gott selbst in Jesus von Nazareth auf der Erde lebte und lehrte, liebte und heilte. Nach allem, was wir wissen, verstand Jesus sich auch als Teil einer Geschichte. Er hielt in seinen Predigten die Erinnerung an diese Geschichte Gottes mit seinen Menschen wach.
Und das gleiche sollen wir in seinem Auftrag tun: Weitererzählen von dem, was wir mit Gott erlebt haben. Zeugen sein für den, der von sich gesagt hat: „Euer Herz erschrecke nicht. Habt keine Angst. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“
Mit dieser Zusage im Ohr und im Herzen können wir uns gemeinsam auch den dunklen Jahren unserer Geschichte stellen. Gerade weil die Menschen der Generation, die diese Erfahrungen selbst erlebt hat, immer weniger werden.
Nichts wird dadurch ungeschehen gemacht. Unrecht bleibt Unrecht, Leid bleibt Leid, der Tod bleibt Tod. Aber die gemeinsame Erinnerung an das millionenfache Leid – und vereinzelt auch menschliche Größe wie bei den Lübecker Märtyrern – wird zur Wurzel für die Pflanze Hoffnung; Hoffnung darauf, dass Rassenhass und Kriegswahn niemals mehr die Oberhand bekommen dürfen.
Eine dunkle Seite in diesen fröhlichen Oster und Konfi-Zeiten – aber eine wichtige. Ein Teil unseres christlichen Lebens.
Amen.
Pastor Ev.-luth. Kirchengemeinde Georgsmarienhütte